Seit wann redest Du wieder mit mir?
Hast Du mich wirklich in Deinem Herzen, sind es berufliche Hintergründe oder treibt Dich die pure Neugier auf meinen geistigen Erguß?
OK, hier hast Du's:
Betreff: Internet-Provider / Service-Wüste Deutschland
Sehr geehrte Damen und Herren,
Erstmal ein paar Worte zu unserer familiären Situation. Wir haben 3 Kinder (Sohn, 17, Tochter, 14, Sohn, 12). Alle drei sind auf demselben Gymnasium und das Internet wird ständig gebraucht (Recherchen zum normalen Unterricht, Referate sind zu halten). Schulen setzen heutzutage einen Internetzugang voraus. Unser ältester Sohn betreut nebenbei 2 Sportseiten als Administrator (Eishockey), alles liegt zurzeit brach. Ich lese z.B. einen Artikel in der Zeitung mit dem Hinweis: „Näheres unter [url]www.xyz.de“[/url] , kann ich mir aber leider niemals ansehen…
Es war im Juni 2005, als ein Bekannter, der auch meinen PC betreut, zu mir kam und mir das tolle Angebot von 1&1 unterbreitete. Statt 1 Mbit 6 Mbit. Hörte sich ja gut an. Wollte ich gerne haben. Also wurde (nach 10 Jahren problemloser Partnerschaft – das muss ich fairer weise sagen) t-online gekündigt. Alles klappte soweit auch, der Übergang war nahtlos. Allerdings nicht mit der 6000er Flat, sondern nur mit 1000, aber das ist ja nur halbwegs ärgerlich. Nach 3 Wochen war dann die Leitung weg, mittags um 12 Uhr. Ich habe mir gedacht: „Es gibt jetzt 2 Möglichkeiten: Entweder werde ich gerade auf 6 Mbit umgestellt, oder ich habe jetzt ein echtes Problem…“
Ich hatte natürlich das echte Problem. Ich hatte danach 6 Monate kein Internet mehr, habe Abbuchungen zurückgebucht, hatte am Ende ein Inkasso-Büro an der Hacke, hatte einen Anwalt, einen Referenzanwalt in Montabaur, ein Verfahren auf einstweilige Verfügung, einen gegnerischen Anwalt…… Kosten, wo das Auge hinblickt! Die Hotline, die eigentlich total cold ist, kostet 99 Cent, also quasi 2 (!!!) Mark/Minute. 10 Minuten sind nichts….. Ich habe das Verfahren natürlich verloren (finanziell), gewonnen habe ich irgendwie trotzdem, weil ich 2 Tage später meine Datenleitung „zurück“ bekam. „Zurück“ bedeutet, dass sie wieder bei t-online war.
Die monumentale Sauerei an der Sache ist im Grunde, dass 1&1 sagt, t-online hat Schuld. Umgekehrt behauptet natürlich t-online, 1&1 hat die Leitung. Der einzige der Beteiligten, der die Herrschaft über die Leitung nun wirklich nicht hat, andererseits aber alles bezahlen darf, bin ich, also der spatige Volldorftrottel von Kunde! Interessant an der „Verkettung unglücklicher Umstände“ ist, dass die beiden „Unternehmen“ irgendwie zusammengehören!
Fazit meines Abgangs bei 1&1 war also: Leitung wieder bei t-online, Minuskonto: sämtliche Gerichts-/ und Anwaltskosten plus ca. 50 € Hotline-Geplänkel.
Die ganzen Hotlines sind ungefähr so sinnlos wie ein Zugvogel Im Triebwerk einer Boing 737. Da sitzen Leute, die überwiegend von nichts eine Ahnung haben, was irgendwie mit ihrem Auftraggeber zu tun hat. Sie sind teilweise unfreundlich (damit könnte ich noch leben), sie halten Dich hin mit flauen Ausreden (ich könnte schwören, dass diese Pappnasen eine Art Ausredenliste neben ihrem Telefon liegen haben und sich dann nur noch das Passende raussuchen müssen.). Das allerschärfste finde ich allerdings die Erreichbarkeit, aber darauf gehe ich gleich noch näher ein.
Zurück zu meinem Leidensweg: Leitung wieder bei t-online. Klasse, Freude kommt auf, gleich wieder neu anmelden!!!
Nach ca. 3 Wochen ruft mich t-online an, ein Typ sagt mir: „Ich schließe Sie jetzt wieder an, kann eine ½ Std. dauern, in der Zeit haben Sie kein Telefon.“ Am Liebsten hätte ich ihn durch den Hörer gezogen und zu Tode geknutscht. Nach ½ Jahr internetloser Zeit ist das wohl verständlich. Aber bereits nach 10 Minuten rief er mich erneut an, die Leitung war wieder da……Jipppiehhhh!
Nun fehlen leider noch die Daten. Daten kommen nicht (wieder teure Hotline-Anrufe) wegen einem Lieferengpass des Modems. Mehrfach haben wir versucht, diesen Komikern klarzumachen, dass wir keine Hardware brauchen, sie sollten doch bitte die Daten einfach so schicken. Geht natürlich nicht. Wochen verstreichen, endlich kommt der Müll. Die Freude ist unbeschreiblich, das Endlos-Problem scheint behoben!
Nun hatte ich zwar eine 6000er Flat bestellt, bekam aber nur 2000, aber das sind ja Marginalien. Ich hatte auch eine Telefon-Flat bestellt, die ich auch bis heute nicht bekommen habe, alles Nebenkriegsschauplätze . Man hatte endlich wieder INTERNET, ich bin in den letzten Monaten so runtergekommen, dass ich mich bereits über 56k so gefreut hätte, dass ich jedem Einzelnen der Hotline-Schwachmaten begeistert die Schweißfüsse geküsst hätte.
Die Freude währte natürlich nicht lange, nämlich genau 3 Wochen (da scheint ein System dahinter zu stecken). Wieder 12 Uhr: Internet weg. Hmmm…. Mir schwant schon Übles.
Angeekelt und widerwillig greife ich erneut zum Telefonhörer. Schließlich weiß ich schon lange, dass das alles eigentlich überhaupt nichts bringt. Aber irgendwas muss man ja nun in die Wege leiten.
Teure Hotline, O-Ton:
„Ihr Router ist kaputt“
„Nein, mit Sicherheit nicht“
„Doch“
„Sind Sie ein Hellseher und würde es Ihnen etwas ausmachen, mal meine Leitung zu überprüfen?“ (Ich hörte, dass er nicht tippte, der wollte mich einfach nur abwimmeln)
„Ihre Leitung ist in Ordnung“
Tja, da habe ich dann dankend aufgelegt. Es wurde mir wirklich enorm geholfen.
Erstmal die miese Lage überschlafen, ins Bett gehen mit der festen Absicht, dass die halbe Welt mich mal kann und dass ich nie wieder diese Hotline anrufen werde.
Nächster Tag / Neues Glück: Mein ältester Sohn bedrängt mich, dass ich mich darum kümmern muss. Irgendwie hat er ja recht, also alle guten Vorsätze über Bord geschmissen, rufe ich diesen Mistladen doch glatt schon wieder an…
…und bin positiv erstaunt! Ich rede mit einem jungen Mann, der tatsächlich auf mich eingeht und schnuppere Morgenluft. Er bestätigt mir, dass ich am Tag zuvor auf 6 Mbit umgestellt worden bin und dass dabei auch mal was in die Hose gehen kann (Problem ist also schon mal erkannt). Dann kam die Ernüchterung: Er ist nämlich leider nicht zuständig, ich muss die DSL-Störungsstelle anrufen. Klar wird mir spontan klar, dass das wieder den Untergang des Universums bedeuten könnte, aber was dann kam, schlug wirklich alles, was ich jemals erlebt habe.
Er gibt mir also die Nummer und ich habe – kein Witz (!!!) – 8 Stunden! – versucht, dort anzurufen. Ca. 20 bis 30 mal. Nicht zu vergessen, dass mich jeder Anruf 12 Cent kostet, ohne dass man mit einem menschlichen Wesen gesprochen hätte!
Um 17 Uhr habe ich – lächelnd, weil ich mich selber mittlerweile auf meinen Geisteszustand überprüfte – zum letzten Mal angerufen. Fassungslos war ich in der Tat, denn ich bekam eine Frau an den Draht. Das hat ja den Stellenwert, als wenn man den 46 Mio. € Jackpot geknackt hätte! Nachdem ich auch ihr zum 87. Mal mein Problem geschildert habe, kam es zu ungelogen folgendem Dialog:
„Da müssen Sie die DSL-Störungsstelle anrufen“
„Ja, mit der rede ich doch gerade!“
„Nein“
„OK, welche Nummer hat die denn?“
Mit etwas Fantasie ahnt man schon, was nun kommt! Da gibt die Tante mir doch tatsächlich ihre eigene Nummer!!!!
Dann bin ich absolut ausgerastet und habe sie angebrüllt und wüst beschimpft, danach hatte ich jedenfalls ein Problem mit meinen Stimmbändern.
Eine Stunde beruhigen, danach habe ich an t-online einen Brief verfasst, der am nächsten Tag per Einschreiben raus ging (Kopie anbei). Dass eine 24-Stunden-Frist juristisch nicht haltbar ist, weiß ich zwar selber, nur irgendwo kann ich nicht immer wieder wochenlang warten und technisch ist das Ganze mit Sicherheit nicht die unüberwindbare Hürde. Fakt ist, dass ich bis heute nichts von t-online gehört habe und ich fühle mich in einem rechtslosen Raum, in dem ich zwar immer alles bezahlen, aber niemals auf Hilfe hoffen darf!
Wenn ich z.B. meine Krankenkasse anrufe, dann ist da jemand für „B“ wie B******* zuständig und ich rede immer wieder mit demselben Ansprechpartner. Warum ist bei t-offline niemand für mich zuständig? Meine Krankenkasse hat auch eine ganz normale Nummer und keine Abzocker-Hotline.
Was soll man machen, wenn selbst auf Briefe nicht reagiert wird? Dass Hotlines einen in der Regel nicht weiterbringen, ist ja nun nicht ganz neu, aber Einschreiben? Ein Unternehmen wie die Telekom reagiert seit mittlerweile fast 14 Tagen nicht auf ein Schreiben eines sehr unzufriedenen Kunden? Servicewüste Deutschland? Mir kommt es mittlerweile mehr als hoffnungslos vor.
Was macht man nun? Kurz steht die Frage im Raum, ob man sich erschießen soll, geht aber nicht in Ermangelung einer schießfähigen Waffe. Bleibt das Küchenmesser-Ensemble, aber das würde ja die ganze Küche versauen.
Man könnte auch wieder klagen, klar, kann auch sein, dass es darauf noch hinausläuft. Aber ich denke, die werde ich einfacher los. Außerdem bietet mir Arcor seit Wochen an, dass sie das für mich gerne übernehmen wollen.
Das glaube ich gerne, aber die Frage bleibt, ob man da vom Regen in die Traufe kommt…
Nachtrag:
Das Schreiben habe ich bereits am vergangenen Samstag verfasst. Neuester Stand von heute ist mal wieder erschütternd! Gestern kam die T-Rechnung: 178,81. Davon sind 77,70 für das Internet. Und jetzt kommt das Interessante: Ich rufe die oben angegebene Nummer an, am Ende klappt die Spracherkennung nicht (das letzte Wort wäre „Rechnung“ gewesen) und ich wurde sozusagen „wild“ verbunden. Ich hatte einen sehr netten, hilfsbereiten und vor allem versierten T-Com-Mitarbeiter am Draht, der mich aufklärte, dass ich eine andere Nummer hätte wählen müssen, nämlich die der T-Online-Rechnungsstelle.
Ich greife mal kurz vor: Es gibt also T-Com, T-Online und auch noch die Telekom. Aja. Kein normaler Mensch blickt da noch durch!
Mit diesem netten Menschen sprach ich eine Stunde (darf er eigentlich gar nicht). 5 Mal musste ich warten, weil er versuchte, verschiedene Stellen zu erreichen, die mein Problem lösen könnten. Leider erfolglos. Er (sein Name bleibt geheim) findet dieses Konstrukt auch merkwürdig. Am Ende gab er mir wieder eine Hotline-Nr. (für so was muss man mindestens 8 Std. wählen und zahlen) und natürlich musste ich noch die Rechnungsstelle anrufen…
Also erstmal die Rechnungsstelle, da vermutet man die geringsten Probleme. Falsch gedacht! Eine ignorante und arrogante Tante ist am Draht. Ich sage ihr, dass wir nicht für eine nicht erbrachte Leistung zur Zahlung bereit sind. Sie war wenig bis gar nicht interessiert… OK….
Jetzt kommen 2 Hammer:
Hammer Nr. 1: Ich bemängele telefonisch, dass ich nicht zeitgleich DSL 2000 und DSL 6000 haben kann (soll aber beides bezahlen). Sie sagt mir, ich kann bis zu 10x eine DSL-Leitung haben. Ich breche innerlich zusammen, ich habe nur eine Leitung, wie jeder DSL-Kunde. Geht technisch nicht anders.
Hammer Nr. 2 (eigentlich für mich der Oberhammer): Sie interessiert das alles gar nicht (kein Witz!). Ich wäre doch Telekom-Kunde (nee, is klar, habe mit t-online nichts zu tun, nur dass da ja diese Nummer steht, habe aber zufällig bei t-online meine Flat). Ich musste schlucken… 3 „unterschiedliche„Gegner, alle vom selben Verein, mir fehlen sämtliche Worte! Ganz wichtig ist ja wohl folgender Punkt: Ich rufe die Nummer der Rechnungsstelle an, die in meiner Rechnung angegeben ist, und die ist nicht zuständig?????????“ Holla, ist denn da schon der Rinderwahn eingetrudelt?
T-Com, T-Online, Telekom – alles eigene Konstrukte. Kein normaler Mensch blickt da noch durch. Der normale Mensch will diese Details auch gar nicht so genau wissen! Z.B. erzählt mir der nette T-Com-Mitarbeiter, dass T-Com einen eigenen Internet-Zugang hat. Machen die sich jetzt Konkurrenz im eigenen Laden?
Und in wie weit gehören sie überhaupt zusammen?
Soll der Kunde das wissen? Muss der Kunde das wissen?
Interessiert das den Kunden überhaupt?
Ich will nur mein Internet, was die ansonsten miteinander verbandelt, geht mir komplett am Popo vorbei!
Habe eben noch mal telefoniert: Mir wurden € 25,-- Entschädigung angeboten, sehr lustig, zeitgleich sollen mir € 77,70 abgebucht werden. Dass das ahnungslose Mädel am Telefon so was überhaupt versprechen darf, wundert mich. Ich also mal wieder fassungslos. Habe der Dame mitgeteilt, dass ich an ihren € 25,-- kein Interesse habe und einen Anwalt einschalten werde, falls die € 77,70 abgebucht werden. Aber das stört die ja alles nicht.
Dann rief heute auch noch mein neuer Freund von Arcor an. Wenn die was von einem wollen, melden sie sich immer freiwillig, 2-3 mal pro Tag. Komisch… Wenn ich KUNDE bin und ein Problem habe, erreiche ich nie jemanden. Naja, ist wohl nur ein blöder Zufall . Den habe ich jedenfalls auch erstmal auf Eis gelegt, habe z.Zt. kein Interesse an einer möglichen Traufe…
Bevor ich noch auf die Idee komme, das „Internet-Anbieter/Provider-Hasser-Buch“ zu schreiben, mache ich jetzt mal Schluss, sonst wird das Schreiben einfach zu lang.