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 Betreff des Beitrags: Diskussion über Anarchie
BeitragVerfasst: Mi Mai 05, 2004 12:13 am 
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Registriert: Do Mär 18, 2004 9:51 pm
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Aufgrund dem Thread betreffend des 1. Mais möchte ich hier eine Diskussion über Anarchie eröffnen.

Ich bitte alle Sachlich zu bleiben, trotzdem sind wohl einzelne Ausschweifungen vorprogrammiert, und ich bitte die Moderatoren einige Augen zuzudrücken ;) auf eine hitzige Diskussion!


Meiner Meinung nach herrscht auf der Welt eine grosse Ungerechtigkeit, die 44 reichsten Menschen der Welt verdienen gleich viel, wie die Hälfte der gesamten Menschheit. Europa und Nordamerika produzieren doppelt so viel Nahrungsmittel als die gesamte Menschheit benötigt, trotzdem leiden Millionen Menschen an Hunger.

Diese Ungerechtigkeit hat meiner Meinung nach einen Namen, Kapitalismus. Geld bedeutet alles, mit Geld kann mensch alles erreichen. Mensch hat die Politik, und somit die Gesetzgebung in der Hand, und somit das "Recht" immer auf seiner Seite, mensch kann tun und lassen was mensch will, ohne dafür bestraft zu werden.

Anarchie bedeutet für mich Freiheit für die Menschen, für jeden einzelnen. Kein Staat, keine Polizei, keiner der über dich herrscht, dir Befehle erteilt, und mit dir machen kann was er will. Kein Mensch sollte das Recht haben, über andere zu bestimmen, und anderen Befehle zu erteilen, sei es mit oder ohne deren Einverständnis!

Anarchie ist eine einzige riesige Gemeinschaft, statt Gesetze von oben gibt es Vereinbarungen, getroffen zwischen den Menschen, welche die Vereinbarung betrifft. Statt Behörden gibt es Räte, ein Lehrerrat zum Beispiel, in dem jeder einzelne Lehrer die gleichen Rechte hat.

Unterschiede zwischen Reich und Arm werden abgeschafft, Geld wird abgeschafft, nicht durch Tauschhandel ersetzt, sondern einfach abgeschafft. Jeder ist Teil einer Kommune, und leistet seinen persönlichen Beitrag an dieser.


Ich bin mir durchaus bewusst, das dies alles ein schöner Wunschtraum ist, trotzdem bin ich der Meinung besser jetzt, als dann, wenn der Kapitalismus zusammenbricht, denn er bricht zusammen, soviel ist klar! Das ganze Kartenhaus wird in sich zusammensacken sobald der Unterschied zwischen arm und reich so gross ist, das das ein Mittelstand nicht mehr existiert, denn wer kauft dann die Produkte die diese Wirtschaft hervorbringt?

Die Bullen sind die Angestellten des Kapitals, welche nach geltendem Recht alles tun und lassen können wie ihnen beliebt, so es denn dem Zweck des Kapitals dient. Es ist logisch das die Bonzen ihr Geld, und somit ihre Macht nicht einfach hergeben, also müsste mensch es ihnen gewaltsam entreissen, doch wo zieht mensch hier die Grenze?

Ich bin mir immer noch nicht sicher ob ich eine blutige Revolution gutheissen soll oder nicht...


Was mich aber immer wieder beschäftigt ist die Tatsache, das sich ein grosser Teil der ärmeren Bevölkerung mit viel Elan für die rechten Politiker, den meiner Meinung Nach am meisten Pro Kapitalistisch eingestellten Menschen, einsetzt, obwohl das ganze ja zu deren eigenem Nachteil ist...


Ich schliesse hier mal ab, bin Müde, muss noch duschen, das ganze ist etwas verwirrend und teilweise ohne Zusmamenhang, sorry, ich habe einfach mal hingeschrieben was mir so gerade durch den Kopf gegangen ist.


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BeitragVerfasst: Mi Mai 05, 2004 12:17 am 
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*gähn*

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BeitragVerfasst: Mi Mai 05, 2004 12:20 am 
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Interessante Meinung Knacker, ich schliess mich dem bald an und geh pennen, hier noch ein Link zu einigen Texten.


http://www.smuehlestein.ch.vu

Unter Writings findet man ein paar Dinge...


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BeitragVerfasst: Mi Mai 05, 2004 12:27 am 
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das war keine meinung, bloss eine reaktion.
ist doch jedes jahr bzw bei jeder neuen generation das gleiche ;-)
is kein papa da als vorbild oder is papa selber doof oder weichei oder wie auch immer, muss kind/jugendlicher ein feindbild ausserhalb suchen.
und weils uns allen zu gut geht, können wir keine bösen diktatoren bekämpfen vor der haustür (man würde sich auch in die hosen scheissen), nimmt man halt etwas nicht greifbares, also ein schlagwort wie kapitalismus.
oder man kämpft gegen rechte oder linke, dazu gehört aber mehr mut als zu anarchie an sich, weil autos die ziegelsteine ja nicht retournieren ;-)

die argumente entbehren jeder bildung, siehe oben.
und kaum hat kind/jugendlicher einen job, eine freundin und vielleicht mal eine eigene wohnung, passiert das gleiche wie bei meinen brüdern, die echte ´68er waren: sie pfeiffen auf den blödsinn und finden den kapitalismus plötzlich gut!
mfg knacki

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BeitragVerfasst: Mi Mai 05, 2004 3:50 pm 
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wenn wir anarchie hätten würde ich als erstes dich töten und keinen würde es stören...


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BeitragVerfasst: Mi Mai 05, 2004 4:05 pm 
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Wenn du deine Gedanken selbst bisschen weiterführen würdest, wäre auch dir ganz schnell klar, dass die Anarchie nicht funktioniert.
Das ist so ein Thema, über das die Diskussion ganz schnell in ein Stellungskrieg übergehen würde, deshalb lass ich das lieber.


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BeitragVerfasst: Mi Mai 05, 2004 7:14 pm 
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Wer für Anarchie ist, ist schlichtweg dumm und ungebildet.

Guck mal nach Haiti - dort herscht Anarchie und keiner findet es dort gut.

Mit 12 Jahren die Waffe in die Hand und ab auf die Straße.
Dort gibt es 2 "Berufe":
Entweder mal wird Soldat oder man arbeitet für die Regierung.

Red' mal mit den Schwarzen da unten. Die sagen selber, dass sie froh waeren wenn wieder deutschen oder amerikaner zu ihnen kommen würden (...)

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BeitragVerfasst: Mi Mai 05, 2004 10:50 pm 
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Ich habe mehrere Jahre in einer anarchistischen Kommune gelebt, das war für mich pure Freiheit, diese Freiheit würde ich gerne auch den anderen Menschen zuteil werden, denn sehr viele wollen sie, und geben dann eifrig den Politikern ihre stimmen, weil sie deren Versprechen und Lügen vertrauen.

Wer glaubt das Anarchie schlicht Chaos und Terror bedeutet, der liegt eindeutig falsch.

Wenn man in Haiti für die Regierung arbeiten kann, dann herrscht dort keine Anarchie, denn sonst würde es diese Regierung nicht geben, dort herrscht anscheinend Krieg zwischen Leuten die für die Regierung sind, und Leute die dagegen sind. Das ist keine Anarchie sondern Krieg.


Topper, wie kommst du auf die Idee das du mich töten könntest, und es würde keinen interessieren?

Das Gegenteil ist der Fall! Es ist eine Gemeinschaft, in der sich jeder für jeden interessiert, und sich eben nicht nur um den eigenen Scheiss kümmert! Folglich würde es viel mehr Leute interessieren als es jetzt der Fall wäre... ;)

Und Alter Knacker, ich mag ja vieleicht noch recht jung sein, aber 3/4 der Anarchisten die ich kenne sind über 25 Jahre alt, bei mir kommt das einfach von den Eltern.

Von wegen ich suche mir einfach einige nahe Feindbilder um mit politischem Vorwand Krawall zu machen, völliger Blödsinn.

Weisst du wie ich mir eine geile Demonstration vorstelle? Wenn mensch nicht schwarz gekleidet, vermummt, mit Helm, Schutzbrille und Schutzweste Steine auf die Bullen wirft, sondern wenn mensch sich amüsieren würde, etwas spielen, Frisbee (oder wie man das schreibt), Federball, irgendwelche Wasserspiele in der Hitze oder sowas in der Art, eine friedliche Demonstration für die Freiheit :)

Ich war an der 1. Mai Demo ja dabei, und ich kann dir versichern das ich, und auch sonst kein anderer Demonstrant irgendwelche Sachbeschädigungen begangen hat, es wurde absolut gar nichts kaputt gemacht, trotzdem wurde die gesamte Demo verhaftet. Was ansich gar nicht erlaubt ist, denn welche Straftat wurde begangen? Teilnahme an einer unbewilligten Demonstration, das war alles, aber ich habe doch mal irgendwann etwas davon gehört, das es ein Grundrecht des Menschen ist, sich überall zu versammeln und seine Meinung kund zu tun.

Ein Punk fragt einen Bullen: "Wird das eine lange Sache, oder bin ich heut abend wieder zu Hause?"
Antwort: "Wenn es nach mir ginge würdest du für den Rest deines Lebens in diesem Loch hocken, Dreck wie dich können wir in der Schweiz nicht gebrauchen!"

Als wir auf die Vernehmung warten mussten, standen wir 5 Stunden gefesselt in einem Käfig, einer musste mal dringend pinkeln, was war die Antwort der Bullen? "Mach doch einfach in die Hose!"

Jetzt läuft auch noch eine interne Untersuchung weil ein Bulle einem Demonstrant grundlos in die Weichteile getreten hat...

Und sowas nennt ihr Freiheit? Sowas seht ihr als Notwendigkeit an?

Wieso wird bei der Einstellung von Polizisten und Soldaten eigentlich nicht überprüft, ob Rassisten darunter sind?


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BeitragVerfasst: Mi Mai 05, 2004 10:53 pm 
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das ist anarchie :wink:
die bullen machen halt was sie wollen :)
ist es nicht so? :D

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Predator


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BeitragVerfasst: Mi Mai 05, 2004 11:20 pm 
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verwechselst du da nicht grade anarchie mit den grundsätzen der demokratie :-?
und zu deinem ersten post:
den kapitalismus ausrotten?
musst du dein essen jagen?
gäbe es ohne kapitalismus für dich überhaupt eine möglichkeit, deine meinung kundzutun?

mfg knacki

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BeitragVerfasst: Mi Mai 05, 2004 11:58 pm 
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Kommt ganz darauf an was an Stelle des Kapitalismus wäre...

Das Problem ist ja nicht das das Leben hier schlecht ist, das Problem ist, das für unseren Wohlstand viele andere Menschen leiden müssen... ich möchte nur alles gerechter verteilen, das nicht nur bei uns alle gleich viel haben, sondern auf der ganzen Welt.

Dafür müssten halt die reichen etwas von ihrem Besitz an die armen abgeben, aber wer tut das schon freiwillig...



Ich weiss nicht welchen Punkt du da genau ansprichst mit der Verwechslung...


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BeitragVerfasst: Do Mai 06, 2004 12:11 am 
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Simon hat geschrieben:
Ein Punk fragt einen Bullen: "Wird das eine lange Sache, oder bin ich heut abend wieder zu Hause?"
Antwort: "Wenn es nach mir ginge würdest du für den Rest deines Lebens in diesem Loch hocken, Dreck wie dich können wir in der Schweiz nicht gebrauchen!"


Ich find' die Aussage gut. Wo ist das Problem?
Wer Wind sät wird Sturm ernten.
Du kannst nicht erwarten, dass Du die Polizisten schimpfen darfst, ja sogar gegen sie demonstrierst und sie dich dann ganz sanft behandeln... :O

Und wegen der Versammlung - eine größere Versammlung bei öffentlichen Plaetzen muss man doch melden, oder?
Und bei ner Demo die nicht angemeldet ist darfst Du dich nicht wundern, dass du da fest genommen wirst.

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BeitragVerfasst: Do Mai 06, 2004 12:17 am 
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tja, soweit war karl marx auch schon, bloss funktioniert das nie und nimmer.
ausserdem, wer sagt denn, dass die menschen unseretwegen leiden müssen?

beispiel äthiopien:

karl-heinz böhm, der ex-schauspieler sammelt seit jahren spenden für die leute da, die wegen der jahrelangen dürre wegsterben wie die fliegen.
das funzt übrigens nur deshalb so gut, weil sie sich noch schneller vermehren.
das land hat aber weite regionen, die aussehen wie tirol oder kolumbien, da is keine dürre.
und jahrtausende lang hat kein vernünftig denkender mensch in den kargen gegenden gewohnt, ausser ein paar nomaden.
dann wollte die (schwarze) regierung die leute umsiedeln, um das flachland zu bebauen, ging schwerstens schief.
die kommen aber jetzt nicht auf die idee, zurück in die hügel zu gehen, weil sie da ja nicht geboren sind.
also finde ich, so hart das klingen mag, dass da jeder cent verloren ist, verzögert bloss deren leiden beziehungsweise verhindert sogar, dass sich da was ändert.

und das war jetzt nur ein kleines beispiel, warum marxismus nicht in die realität umzusetzen ist.
mfg knacki

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BeitragVerfasst: Do Mai 06, 2004 3:00 am 

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Beiträge: 3071
Wohnort: Über den Wolken
Marxismus, Kommunismus, Sozialismus ... ?!
Töten, ohne dass es jemand juckt ... ?!
Anarchie auf Haiti ... ?!

Hat doch alles schlicht und ergreifend wenig bis überhaupt nichts mit Anarchismus zu tun. Der Anarch bzw. Anarchist lehnt eine Herrschaft ab. Er will die grenzenlose Freiheit, die trotzdem geprägt ist von der Rücksichtsnahme der anderen.
Der Anarchismus hat zwar viel mit den sozialistischen Staatsformen gemein, lehnt aber natürlich die Verstaatlichung ab, da dies einer Herrschaft gleichkommt.
Was hier Topper und z_master anschneiden ist die Verunglimpfung des Wortes Anarchie, das durch alle Medien geistert, wenn es um chaotische Missstände geht. Hat nichts, aber auch überhaupt nichts mit der Idee der Anarchie gemein und zeigt eigentlich nur, dass viele Wörter im Sprachgebrauch nicht richtig oder falsch vertanden bzw. interpretiert werden.
So viel zur Bedeutung des Wortes.

So Simon, jetzt hol mal deinen Daddy vorn PC, der mir meine Antipathie mit wohl durchdachten Argumenten nehmen soll:

Was nämlich die Ideologie des Anarchismus angeht, kann ich eigentlich nur sagen, dass er noch utopischer ist, als die marxistischen Staatsformen, falls das überhaupt möglich ist :)
Eine Anarchie würde nur dann funktionieren, wenn alle Menschen gleich wären...
Damit meine ich aber nicht die Floskel unseres Grundgesetzes, dass alle Menschen vor dem Gericht gleich sind, oder die vom Sozialismus geprägte Gleichheit der Menschen, sondern ich ziele damit sowohl auf die geistigen, als auch die charakterlichen Werte ab ;-)
Kleinere Kommunen gleichgesinnter Charaktere sind zwar sehr wohl überlebensfähig, aber auf einen gesamten Staat ist die Idee schlicht und ergreifend nicht anwendbar.
Es wird dann immer Leute geben, die ihre Freiheiten anderst auslegen, als andere...gleichgesinnte schliessen sich zu Kommunen zusammen, anderst Gesinnte zu anderen Kommunen...diese Kommunen sind wiederrum voneinander abhängig, wodurch es zwangläufig zu (nennen wir es lapidar) Kommunikationsschwierigkeiten kommen wird.
Dass auch anderst gesinnte Kommunen voneinander abhängig sind ist ein Fakt! Wir leben nicht mehr im Mittelalter, wo man heute dem Nachbar ne selbstgemachte Wurst gibt und dafür nächten Monat nen Laib Brot als Dankeschön zurückbekommt. Das Geben und Nehmen, worauf der Anarchismus aufbaut ist in der heutigen Zeit nicht anwendbar, ausser wir würden einen evolutionistischen Rückschritt in Kauf nehmen.
Wir leben im Dienstleistungszeitalter!
Wie soll ich denn die werten Herren und Damen "aufbezahlen", die dafür verantworlich sind, dass ich fliessend Wasser und Strom in meiner Hütte habe? Die geben mir andauernd, erfahren aber von mir nie eine Gegenleistung, wie sie der Anarchismus vorrausetzt! Du Mann, ich kenn die nicht mal!
Wie wiege ich denn eine Dienstleistung auf?
Die Idee des Anarchismus würde bedeuten, dass andere womöglich immer mehr geben müssen, als man selber, bzw. ich mehr geben muss, als ich bekomme. Schön und gut: Ich und du sehen das womöglich noch ein, aber der gemeine Mensch ist nun mal ein Neider! Es würde in Mord und Totschlag enden, worauf die Verunglimpfung des Wortes Anarchie schlussendlich wohl auch zurückgeht. Wobei wir wieder bei der Gleichheit der Menschen angelangt sind...nur durch uniformes Denken (kein Neid!) und Handeln (Töten ist uncool, Pazifismus ist angesagt :)) wäre eine Anarchie überlebensfähig.

Aber ezt mal ehrlich: Wer will eine Welt gleichdenkender und gleichhandelnder Menschen? Wo ist die individualität, die die dadurch erworbene Freiheit erst lebenswert macht?

Deswegen muss ich abschließen dann doch ein bisschen härter werden:
Anarchisten sind in meinen Augen nur Nicker, die geistig irgendwo zwischen Hirsebrei und Hammelfürzen anzusiedeln sind, da sie sich keine weitreichenden Gedanken machen bzw. schlicht und ergreifend nicht machen können, weil ihnen der Intellekt dazu fehlt. Sie streben die Freiheit der Menschheit an, sehen die damit verbundene Dezimierung der Individualität aber nicht, oder wollen diese nicht sehen. Wie erwähnt geht die Idee der Anarchie und der grenzenlosen Freiheit ausserdem einher mit der Ideologie des Pazifismus. Wie lässt sich dies vereinbaren mit den gewaltbereiten autonomen Anarchogruppierungen?
Ihr glaubt alle an den selben Anarchiequatsch, weswegen du bei der nächsten friedlichen Demo womöglich wieder gleich verhaftet wirst oder sogar nen Knüppel auf'n Kopp bekommst, weil sich der Bulle für eine vorangegangene Steineschlacht mit autonomen Gruppen (die nunmal das gleiche Ziel haben wie du, eben eine anderst gesinnte Kommune) revanchiert.

Ein Geben und Nehmen sozusagen. Willkommen in der Anarchie :fin:

_________________
and that's the bottom line


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BeitragVerfasst: Do Mai 06, 2004 12:02 pm 
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Registriert: Mo Nov 05, 2001 2:00 am
Beiträge: 308
in einer aussage muss ich dir Simon zustimmen... Schätze nicht dass der Kapitalismus ewig währt.... aber weder anarchie noch andere schon gescheiterte systeme werden funktionieren....


du schriebst.....
Kein Staat, keine Polizei, keiner der über dich herrscht, dir Befehle erteilt, und mit dir machen kann was er will. Kein Mensch sollte das Recht haben, über andere zu bestimmen, und anderen Befehle zu erteilen, sei es mit oder ohne deren Einverständnis!

das is meiner meinung nach bullshit.... eine exekutive macht muss es geben damit gewisse regeln eingehalten werden. Sonst wird auf dem Planeten gemordet geplündert usw....


du schriebst....
Anarchie ist eine einzige riesige Gemeinschaft, statt Gesetze von oben gibt es Vereinbarungen, getroffen zwischen den Menschen, welche die Vereinbarung betrifft. Statt Behörden gibt es Räte, ein Lehrerrat zum Beispiel, in dem jeder einzelne Lehrer die gleichen Rechte hat.

das ist meiner meinung nach bullshit.... die logische konsequenz aus deiner aussage wäre gruppenbildung bzw bandenbildung die sich bekriegen würden.... der mensch ist nun mal ein aggressives wesen..


du schriebst:
Unterschiede zwischen Reich und Arm werden abgeschafft, Geld wird abgeschafft, nicht durch Tauschhandel ersetzt, sondern einfach abgeschafft. Jeder ist Teil einer Kommune, und leistet seinen persönlichen Beitrag an dieser.

das ist meiner meinung nach bullshit... es wird immer menschen geben die nach macht streben... ob dies nun durch geld oder nicht erreicht wird ist nebensächlich.... jeder ist teil einer kommune und leistet seinen beitrag?? klingt irgendwie nach kommunismus.... leute wissen dann nichts mehr zu schätzen....z.b. ich besitze ein gerät es ist kaputt scheiss drauf hol mir'n neues.


~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Woran gearbeitet werden muss ist die abschaffung der derzeit indirekten demokratie. das volk verlässt sich zu sehr auf einen von ihm gewählten vertreter. Viel mehr sollte es Entscheidungen selbst treffen, doch will das volk dieses? (meiner meinung nach nicht ... man schaue sich nur mal wahlbeteiligungen an)

Mehr volksabstimmungen, begehren usw. ein neues politisches system wo politiker mehr und mehr an bedeutung verlieren sollten, eher konstruktive vorschläge bringen und beratende funktion haben.

es sollte mehr am system gefeilt werden mehr durchdacht, auch was die situation arm & reich anbelangt. aber warum soll eine person die sich ein leben lang abgerackert hat und viel in eine firma investiert hat reich sein? es sollte nur möglich sein jedem menschen die gleichen möglichkeiten zu offerieren.....


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BeitragVerfasst: Do Mai 06, 2004 12:36 pm 
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Jesus Christ, wie alt bist du? 20, 30? Mehrere Jahre in einer anarchistischen Kommune gelebt zu haben und das auch noch alles korrekt verarbeiten zu können, setzt eine gewisse reife vorraus. Also, da: Hochachtung, dass du Anarchie so gut verstehst, was sicher auf deine langjährige Erfahrung in dieser Kommune zurückzuführen ist.

Wenn ich deinen Text lese, dann wird mir gleich ganz anders. Anarchie ist also dein Idealprinzip eines funktioniernden Staates. Nur so eine Frage, die ich wirklich gerne beantwortet hätte: Hast du ein Handy, was für einen Computer hast du, wieiviel Taschengeld bekommst du?

Diese 3 Fragen interssieren mich brennend, zumal deinen Begriff von Anarchie verstehen zu lernen.

Die Schweizer waren mir schon immer sympathisch, jetzt mag ich sie so richtig gerne. Ist ein wunderschönes Land, dass scheinbar auch gut funktioniert. Liegt vielleicht daran, dass Anarchisten verhaftet werden. Mit ziemlicher wahrscheilnichkeit. Nur um meine Meinung nachvollziehen zu können, sollst du wissen, dass ich überzeugter Kapitalist bin.

Du meinst, Geld gehört abgeschafft. Dann erkläre mir bitte, wie ich mir ein Auto kaufe. Jetzt habe ich 15.000 Euro und kaufe mir einen Mini oder ich habe 100.000 Euro und kaufe mir einen Jaguar. Gut. Jetzt habe ich kein Geld, es gibt ja gar keins, wofür habe ich noch mein Girokonto? - und möchte ein Auto. Tauschhandel gibt es ja auch nicht, also kann ich dem Auto(händler) ja nicht 3 Äpfel geben um einen Mini zu bekommen. Ausserdem will ich gar keinen Mini sondern einen Jaguar. Der Händler will mir den nicht geben, also tret ich ihm in die Fresse und habe einen neuen Jaguar, der leider nicht fährt, weil alle andern das Benzin weggeklaut haben. Cool,Anarchie funktioniert. Deine Meinung dazu?

Weiterhin frage ich mich, wie ihr die Anarchie durchsetzen wollt. Ich kenne die Verfassung in CH nicht, aber ich bin mir sihcer, ihr habt dort auch eine selbstschützende Demokratie, die man nicht einfach umgehen kann, wie die Vergangenheit in D gezeigt hat.

Weiterhin würde mich interessieren, wie der Unterschied zwischen Arm und Reich abgeschafft wird? Geht einfach nicht. Ich finde diesen Unterschied mehr oder weniger auch gerecht. Es gibt Leute, die gehen nach der Schule sofort arbeiten und verdienen vlt. in ihren besten Zeiten 2.000 Euro auf die Hand. Dann gibt es andere, die 13 Jahre zur Schule gehen, danach noch 6 Jahre studieren und dann irgendwann mal 5.000 Euro verdienen. Ist noch gerecht so!!

Ich China gab es einmal ein Projekt, alle Menschen in einem Gebiet genau gleichviel verdienen zu lassen. Sei es Bauer, Lehrer oder leitender Ingineur eines Bauprojektes. Das ganze wurde schnell wieder abgeblasen, man sieht, selbst alte, verkappte Kommunisten haben eine intelligentere Auffassung von gemeinsamen Leben als Anarchisten.

Ich stelle mir einen anarchisten Staat ein wenig wie Steinzeit vor. Nichts geht mehr, nichts gibt es mehr oder im Endeffekt fressen sich die Menschen selber

Bei der nächsten Demo sag bescheid, dann komm ich auch und nehme Zivilverhaftungen vor.

Tut mir leid, aber so ein Leben,so eine Ideologie? WIrklich traurig, dass es heute sowas noch gibt. Oder vielleicht gerade heute. Mag arrogant klingen, aber vlt. haben die Leute auf der Loser-Seite so eine Ideologie gegen die Demokratie auf und verlangen nach Anarchie. Oder ist es auf Langeweile und Unbildung zurückzuführen? Ich weiß es nicht, mag mir da gar nicht länger Gedanken drüber mahen.

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"Our problems are manmade - therefore they can be solved by man.
And man can be as big as he wants."
[INDENT]- John F Kennedy (1917-1963) - 10.06.63 [/INDENT]

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BeitragVerfasst: Do Mai 06, 2004 12:56 pm 
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ich denke es is auf unbildung unwissenheit unzufriedenheit undurchdachtheit und langeweile zurückzuführen :)


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BeitragVerfasst: Do Mai 06, 2004 2:28 pm 
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Komisch, die Anarchisten die ich kenne haben alle Matur... sogar ich ;) bin jedenfalls dabei.

Soviel zur Intelligenz, obwohl ich selber der Meinung bin, das man die Intelligenz nicht anhand der Tatsache, wie schnell jemand eine bestimmte Mathematikaufgabe lösen kann, messen sollte, aber da seid ihr ja anderer Meinung.


Ich bin mir durchaus bewusst das Anarchie ein sehr soziales Denken der Menschen voraussetzt, ich glaube ja auch das ein schöner Wunschtraum ist, ich gebe einfach mein möglichstes meine Mitmenschen dazu zu bringen, nicht nur an sich selber zu denken...


Das Problem das ich eben sehe ist das, das diese Vertreter des Volkes nicht das machen, was das Volk will. Wenn ich als normaler Mensch eine Veränderung erzwingen möchte, muss ich mindestens 50'000 weitere Menschen (oder eine ähnlich grosse Zahl) auf meiner Seite haben, damit ich die führenden Politiker überhaupt dazu bringe, über das entsprechende Thema zu reden! Das ist eine Sache, die andere ist die, das unser ganzer Wohlstand nur funktioniert, weil es anderen dafür dreckig geht. Wenn in Taiwan die Leute nicht für 10 Euro im Monat arbeiten würden, wäre diese ach so moderne Technik bei uns gar nicht bezahlbar...

Ich bin übrigens für einen technologischen Rückschritt! Selber bin ich zwar in der Ausbildung zum Informatiker, trotzdem wäre das leben einfacher, ohne die ganze Technik, keine Dienstleistung, sondern Selbstversorgung! :)

Pazifist bin ich übrigens auch nicht, ich bin zwar gegen Krieg, trotzdem ziehe ich Gewalt als letzte Lösung in betracht.


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BeitragVerfasst: Do Mai 06, 2004 2:30 pm 
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Beiträge: 9497
es gibt nur eine lösung, die funktionieren könnte: werde selber politiker!
ich bezweifle nur, dass du dann anders sein wirst als die bekannten ;-)
mfg knacki

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BeitragVerfasst: Do Mai 06, 2004 3:24 pm 
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Erst mache ich mal meine Informatiklehre zu ende, dann sehen wir weiter :)


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