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Verfasst: So Mai 18, 2008 1:03 pm
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Scheinen beide einer sehr kranken Familie zu entstammen, wenn ich mir den Schwachsinn, den sie absondern, so durchlese.
Kapitalismus-Gelabere! Hat er sich umgebracht, weil er hier nicht richtig verstanden wurde? Wohl kaum! Er hat sich umgebracht, weil er Probleme in seinem Leben sah, die ihn das Leben nicht mehr lebenswert erscheinen liessen, denen er sich fälschlicherweise nicht gewachsen sah.
Der Kommentar seines Bruders Jonas mit dem "über Leichen gehen" ist sowas von saudumm, oberflächlich, hirnrissig und sogar eine oberdreiste Frechheit, dass ich intensive Lust verspüre, ihm in den Arsch zu treten und den Schuh umzudrehen!
@Jonas
Serge sagt aus "Respekt" zu Deinen Vorwürfen nichts. Finde ich falsch und Du hast weder meinen Respekt, noch mein Beileid.
Wenn IHR krank seid, Deine Eltern sind es ja mit Sicherheit, dann ladet keine Schuld bei anderen ab, sondern sucht reale Hilfe. DU hast für mich definitiv mindestens ein Rad ab! Solltest Du Dich nach diesem Beitrag nun auch umbringen, bin ich mal gespannt, ob Ihr Flodders noch einen dritten Bruder habt, der mich dann beschimpfen kann!
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Verfasst: So Mai 18, 2008 4:15 pm
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Na, nun aber doch mal einen Gang runterschalten.
Ich wüsste nicht wirklich, wieso man da jetzt die Eltern einbeziehen sollte, das ist so einfach nicht fundiert. Es wäre sehr eindimensional, einen Menschen ausschließlich auf seinen elterlichen Einfluss zu reduzieren.
Der Knackpunkt bei der Sache ist ja, dass er behauptet, sein Bruder hätte sich ob des Kapitalismus umgebracht. Was sich jenseits meiner Auffassung von Wahrscheinlichkeit bewegt. Aber insofern hat Knacki schon recht, vielleicht sollte er es erläutern - sofern er sich nochmal einklickt.
Nebenbei würde ich seine Bemerkung auch nicht unbedingt als persönlichen Angriff sehen... er behauptet ja, sein Bruder sei an Kapitalismus gestorben (wie-auch-immer...), de facto leben wir in diesem System, sind (wobei ich nicht für alle sprechen kann) damit zufrieden und stellen uns nicht dagegen. Was er wohl tat. Gemäß dem Prinzip "Wer nicht für mich ist, ist gegen mich" behauptet er nun, dass wir eben Mitträger dessen wären, was seinen Bruder aus der Welt getragen hat.
Das ist prinzipielles Geschwafel und geht mich direkt als Person nichts an, wobei ich vorher an diesem Thread ja auch gar nicht beteiligt war
Dass ich etwas gegen diese Instrumentalisierung habe, brachte ich zum Ausdruck.
Aber ganz so persönlich sollte man es vielleicht nicht nehmen, Su.
D&D
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Giovanni Guareschi (italien. Schriftsteller *1908 - †1968)
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Verfasst: So Mai 18, 2008 5:42 pm
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Da hast Du sicherlich recht, trotzdem finde ich die Äußerung
Jonas hat geschrieben:
Doch vergesst nie, dass eine der Leichen, über die ihr gegangen seid, um euren Lebensstil zu finanzieren, Simon war.
Peace und Grüsse Jonas
schon recht deutlich und nehme sie auch persönlich, obwohl auch ich mit diesem thread nichts zu tun habe. Wir gehen über Leichen... das ist schon dummdreist. Verstehe gar nicht, wie der überhaupt auf diese Denke kommt.
Simon wird sich auch kaum aus Systemgründen sein junges Leben genommen haben, da dürfte schon mehr gewesen sein. Aber vielleicht klärt Jonas uns ja mal irgendwann auf!
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Verfasst: So Mai 18, 2008 6:23 pm
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SU2016 hat geschrieben:
Simon wird sich auch kaum aus Systemgründen sein junges Leben genommen haben, da dürfte schon mehr gewesen sein. Aber vielleicht klärt Jonas uns ja mal irgendwann auf!
Genau das denke ich auch.
Ich möchte eigentlich auch die eigentliche Diskussion über Kapitalismus etc. auch gar nicht wieder aufleben lassen, aber ich denke schon, dass jeder Mensch indirekt über Leichen geht, alleine schon durch die Ausbeutung der Dritten Welt, welche nun mal Teil des heutigen Systems ist. Nur lebte halt Simon nicht in der Dritten Welt.
Und wie gesagt: Es ist einfach geschmack- und würdelos, einen Nachruf für Propaganda zu missbrauchen.
Ich muss aber auch sagen, dass mir schon der Gedanke kam, ob sich da nicht Simon unter anderem Nick ins Fäustchen lacht. Oder ein Fremder. Aber das lässt sich natürlich schwer sagen.
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Verfasst: So Mai 18, 2008 6:23 pm
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Jonas hat geschrieben:
Ist zwar schon etwas länger her, dass hier etwas geschrieben wurde (fast 4 Jahre), doch fühle ich mich verpflichtet dazu.
Simon war mein grosser Bruder.
Ich sage bewusst "war", weil er sich am 18. Dezember 2006 umgebracht hat. Er wurde 19 Jahre alt.
Danke, Kapitalismus, du hast es wieder mal geschafft.
Ich wünsche euch ein schönes Leben, und danke euch, dass ihr so intensiv mit meinem Bruder diskutiert habt. Doch vergesst nie, dass eine der Leichen, über die ihr gegangen seid, um euren Lebensstil zu finanzieren, Simon war.
Peace und Grüsse Jonas
SU hat sich ja schon dazu geäußert, und im Grunde genommen stimme ich mit ihr überein (auch wenn ichs nicht so drastisch formuliert hätte).
1. Mein Beileid. Jemanden zu verlieren, der einem nahe stand, ist nie leicht.
2. Was kann der Kapitalismus (Personifizierung?! Wer oder was genau steht dahinter? Wie kann ein [politisches] System jemanden umbringen?) für den Tod deines Bruders? "Wieder mal"? Scheint ja schon zur Gewohnheit des ominösen 'Kapitalismus' geworden zu sein, willkürlich Menschen umzubringen.
3. Anarchie kann nicht funktionieren, da es immer Menschen geben wird, die nicht mitmachen und das System ausnutzen; gibts leider in jeglichen politischen Systemen, auch im 'Kapitalismus'. Abgesehen davon ist die ganze Idee in meinen Augen aus vielerlei Gründen lächerlich (No offense! Das ist nur meine persönliche Meinung!).
4. Ich glaube an den 'Kapitalismus', und dass jeder seines eigenen Glückes Schmied ist. Als solch böser 'Kapitalist' fühle ich mich in keinster Weise schuldig am Tod deines Bruders.
5. Was deine völlig aus der Luft gegriffenen Anschuldigungen angeht, so verstehe ich nicht, was sie hier verloren haben.
Verstehe nicht, was das ganze soll, aber ich konnte mir nicht verkneifen, etwas dazu zu sagen, auch wenns sinnlos ist. Solche Traumtänzer und Querköpfe, bei denen immer die anderen (oder wie in diesem Fall: das [ach so böse] System) Schuld haben, gehen mir seit jeher gewaltig auf den Zeiger. Verzeiht, wenn ich stellenweise taktlos wurde.
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Verfasst: So Mai 18, 2008 6:28 pm
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Caedemen hat geschrieben:
3. Anarchie kann nicht funktionieren, da es immer Menschen geben wird, die nicht mitmachen und das System ausnutzen; gibts leider in jeglichen politischen Systemen, auch im 'Kapitalismus'. Abgesehen davon ist die ganze Idee in meinen Augen aus vielerlei Gründen lächerlich (No offense! Das ist nur meine persönliche Meinung!).
4. Ich glaube an den 'Kapitalismus', und dass jeder seines eigenen Glückes Schmied ist. Als solch böser 'Kapitalist' fühle ich mich in keinster Weise schuldig am Tod deines Bruders.
Ich würde 3. so nicht unbedingt unterschreiben, ich denke, es gibt vielleicht auch zu viele Strömungen und Ansätze zur Anarchie-Gedankengang, als dass man alles auf einen Schlag abtun könnte. Sofern man sich denn wirklich damit auseinandersetzen will, denn sollte die Menschheit wirklich reif dafür sein, in dieser Utopie zu leben, würde sich das schon von selbst ergeben, da bräuchte es dann keine Revolutionäre im falschen System mehr.
Was 4. angeht, würde ich den Begriff "Kapitalismus" noch etwas abschleifen - Verhältnisse wie in den U.S.A. wünsche ich mir ganz und gar nicht. Kapitalismus im deutschen Sozialstaat hingegen empfinde ich als zufriedenstellend.
_________________ »Manch einer, der vor der Versuchung flieht, hofft doch heimlich, daß sie ihn einholt.«
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Verfasst: So Mai 18, 2008 7:38 pm
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Deus et Diabolus hat geschrieben:
Was 4. angeht, würde ich den Begriff "Kapitalismus" noch etwas abschleifen - Verhältnisse wie in den U.S.A. wünsche ich mir ganz und gar nicht. Kapitalismus im deutschen Sozialstaat hingegen empfinde ich als zufriedenstellend.
also wenn ich mir euer system mit hartz4 und den 1-eurojobs so ansehe, empfinde ich die usa ja geradezu als schlaraffenland
aber um nochmal auf den angriff zurückzukommen:
mich ärgert am meisten ärgert, ist die formulierung, dass ausgerechnet der anarchist vom dienst mir aber auch nur irgendwas finanziert haben sollte :?
_________________ Wenn Deine Lösung falsch ist, ändere doch das Problem!
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Verfasst: So Mai 18, 2008 8:29 pm
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Deus et Diabolus hat geschrieben:
Ich muss aber auch sagen, dass mir schon der Gedanke kam, ob sich da nicht Simon unter anderem Nick ins Fäustchen lacht. Oder ein Fremder. Aber das lässt sich natürlich schwer sagen.
Ja, könnte natürlich sein. Ich gehe aber mal davon aus, dass alles echt ist. Davon muss man immer zunächst mal ausgehen, sonst braucht man über nichts mehr zu diskutieren.
@Caedemen
Wenn Du das drastisch findest, dann hast Du mich noch nicht Höchstform erlebt *scherz*. Nein, ich schreibe immer so, wie ich auch rede, da man aber beim Schreiben weniger "Korrekturmöglichkeiten" hat, als im Redefluß, muss man die Sache schon auf den Punkt bringen.
Wem das System nicht passt, der kann wegziehen. Die Welt ist zwar ein Dorf, aber immer noch groß genug für haufenweise Systeme.
Wer dem Internet für irgendwas die Schuld gibt, der sollte es nicht betreten. So einfach ist das!
Simon muss 17 gewesen sein, als er das geschrieben hat. Das ist definitiv ein schwieriges Alter (wer bin ich, was bin ich, warum bin ich überhaupt, die ganze Selbstfindungsarie eben). Bis zu diesem Punkt normal aus meiner Sicht. Aber nun kommt der Bruder und sondert ähnlichen geistigen Dünnschiss ab (Achtung: DRASTISCH *lol*) und so kam ich auf den naheliegenden Gedanken, dass die ganze Familie einen leichten Schlagschatten hat. Auch wenn Deus das jetzt wieder nicht gut findet, so behaupte ich dennoch, dass Du immer das Produkt Deiner Familie bist.
Jetzt fangt Ihr wieder an, über Kapitalismus zu reden. OK, so ist das Thema MAL GEWESEN! Jetzt geht es aber eigentlich darum, dass hier wildfremden Leuten eine Mitschuld am Tod des Bruders gegeben wird. Und dagegen wehre ich mich und zwar grundsätzlich!
@Knacki
1-Euro-Job habe ich bis heute nicht verstanden, Hartz4 ist sicherlich auch scheisse, aber was die Einschätzung der USA angeht, glaube ich, dass Du falsch liegst.
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Verfasst: So Mai 18, 2008 8:33 pm
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SU2016 hat geschrieben:
@Knacki 1-Euro-Job habe ich bis heute nicht verstanden, Hartz4 ist sicherlich auch scheisse, aber was die Einschätzung der USA angeht, glaube ich, dass Du falsch liegst.
ich will darauf nicht lange rumreiten, weil du recht hast, dass es mittlerweile um was anderes geht, bloss eins dazu:
in den usa ist das system insofern anders, dass es flat-tax in vielen staaten gibt und du deshalb gar nicht auf die immense staatliche obsorge angewiesen bist.
betonier dem nachbarn den zaun, und zahl dafür deine steuern - fertig!
nix mit pfusch und sozial etc.......
wer in den usa nicht zurechtkommt, ist zu dumm fürs zivile leben, mMn.....
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Verfasst: So Mai 18, 2008 11:35 pm
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SU2016 hat geschrieben:
Simon muss 17 gewesen sein, als er das geschrieben hat. Das ist definitiv ein schwieriges Alter (wer bin ich, was bin ich, warum bin ich überhaupt, die ganze Selbstfindungsarie eben). Bis zu diesem Punkt normal aus meiner Sicht. Aber nun kommt der Bruder und sondert ähnlichen geistigen Dünnschiss ab (Achtung: DRASTISCH *lol*) und so kam ich auf den naheliegenden Gedanken, dass die ganze Familie einen leichten Schlagschatten hat. Auch wenn Deus das jetzt wieder nicht gut findet, so behaupte ich dennoch, dass Du immer das Produkt Deiner Familie bist.
Nun, wir wissen, dass es der kleine Bruder ist. Er könnte nun rein theoretisch im selben schwierigen Alter sein. Und dass er als Bruder von Simon auf die gleichen Ideen kommt, hat weniger was mit Krankheit, als Kommunikation und vielleicht auch Kleinbruder-Verhalten zu tun
Dass man Produkt seiner Familie ist, ist nicht falsch, man ist auch Produkt seiner Familie. Aber eben nicht nur. Und wie stark der Einfluss da ist, schwankt genau so wie das Positive oder Negative an diesem Einfluss. Ich will gar nicht sagen, dass Du nicht Recht haben könntest - aber ich würde es nicht als Factum nehmen.
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Verfasst: Mo Mai 19, 2008 9:05 am
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Deus et Diabolus hat geschrieben:
Ich würde 3. so nicht unbedingt unterschreiben, ich denke, es gibt vielleicht auch zu viele Strömungen und Ansätze zur Anarchie-Gedankengang, als dass man alles auf einen Schlag abtun könnte. Sofern man sich denn wirklich damit auseinandersetzen will, denn sollte die Menschheit wirklich reif dafür sein, in dieser Utopie zu leben, würde sich das schon von selbst ergeben, da bräuchte es dann keine Revolutionäre im falschen System mehr.[...]
Da hast du natürlich Recht! Meine Formulierung war sehr allgemein gehalten. Aber das komplette Themenfeld aufzudröseln würde kein Ende nehmen, streitet man sich doch seit Thomas Morus' Zeiten, ob eine perfekte Welt denn nun möglich sei oder nicht
SU2016 hat geschrieben:
[...]
Wem das System nicht passt, der kann wegziehen.
[...]
Dein Wort in aller Nörgler Ohr! Wie ich doch diese Menschen verabscheue, die (jetzt mal exemplarisch) immer nur auf den deutschen Staat schimpfen, aber andererseits nicht die Eier haben anzupacken und sich stattdessen von ebenjenem Staat die Couch auf der sie liegen und den Fernseher, vor dem sie verblöden bezahlen lassen. Pfui!
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Verfasst: Mo Mai 19, 2008 12:02 pm
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@Deus
Das hast Du - wie immer - gut auf den Punkt gebracht! Es gibt 2 Varianten. Variante 1 wäre, dass Jonas tatsächlich Simon ist und er sich hier nach 4 Jahren Absenz nochmal Gehör verschaffen will. Variante 2 ist, dass das alles echt ist (dazu neige ich) und er sich in der Tat in ähnlicher Situation befindet. Das fordert! Allerdings bestehe ich nach wie vor darauf, dass das Internet mit Worten niemanden umbringt und ich auch heute immer noch finde, dass diese Äusserung absolut eine Schweinerei ist. Obwohl sie symptomatisch wäre für die Lage eines Heranwachsenden mit starken Pubertätsproblemen.
Ich wurde in der Schule jahrelang mit Nazi-Schuldgefühlen großgezogen, da war ich 14. Ich glaube 4 Jahre lang war das Thema in Geschichte. Man hatte es ja auch nach 2 Jahren schon voll inhaliert, aber wir geben noch einen drauf. Hat mich voll verfolgt, innerlich in meiner Pubertät. Bei Simon war es anscheinend der Kapitalismus. Anarchie... Auflehnung... Alles keine Lösung für irgendwas. Aber ein Lebensgefühl in diesem Alter. Völlig normal.
Leider hat er diese Pubertätskrise nicht überlebt. Schade! Und ehrlich gesagt: als ich Jonas Worte las, ist auch mir das Blut in den Adern gefroren. Ich hasse es, wenn junge Leute sterben! Und dann auch noch so sinnlos. Es kommen in Deinem gesamten Leben viele Krisen auf Dich zu (ich rede jetzt von eigenen und denke dabei nicht an Partnerschaftsprobleme oder sowas. Krisen und Veränderungen, die in Dir selber liegen, z.B. die berühmte Midlifecrisis oder der Babyblues. Wobei der ja hormonell bedingt ist). Jedesmal bist Du neu gefordert...
Wer mir nochmal erzählt, dass ältere Menschen sich nicht mehr verändern! Der Mensch verändert sich ständig, egal, wie alt er ist. Die Pubertät ist die erste Prüfung von ganz vielen!!!
Sollte allerdings doch Simon Jonas sein, dann hat er allerdings mehr an der Klatsche, als es erträglich wäre!
Zu dem Produkt der Familie stehe ich auch, das ist und bleibt die Wurzel, dann kommen die sozialen Kontakte, Schule, Freunde generell, aber zuhause muss es auch passen. Ich hatte durchaus Angst vor der Pubertät meiner Kinder (19/16/in wenigen Tagen 15), hat aber gut geklappt, obwohl ich gelegentlich mal leiden musste, sie aber auch unter mir ).
@Caedemen
Ja, was ich meine ist 1. dass dieses System nicht ganz falsch ist, es funktionert ja auch ganz gut (außer so Sachen wie Diätenerhöhung), wem das 2. nicht so passt, der kann ja woanders hingehen (und wird dann erleben, wie das Leben wo-auch-immer viel blöder abläuft)(*lol*) und 3. muss man sich sein eigenes System selber machen. So, wie man sich z.B. seinen Garten gestaltet, so sollte man sich auch sein Leben gestalten. Sagt sich leichter, als es umgesetzt ist. Aber die Leute, die ich kenne, von denen ich den Eindruck habe, dass sie "glücklich" sind, die scheinen mir das so gemacht zu haben.
Das Leben ist ständige Neuforderung, damit klarzukommen ist äußerst schwierig!
@Knacki
"wer in den usa nicht zurechtkommt, ist zu dumm fürs zivile leben, mMn....."
Das ist nicht mehr das "gelobte Land". Ich glaub, das kannste knicken....
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Verfasst: Mo Mai 19, 2008 5:27 pm
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@Knacki
was ich zu dem System der USA wirklich meinte, ist eigentlich in einem Satz gesagt: Die USA hat in meinen Augen das sehr, sehr große Probleme, dass die Einkommensschere noch sehr viel stärker klafft, als bei uns in Europa. Dadurch bildet sich möglicherweise zuviel dünne Oberschicht, die Mittelschicht wird geschwächt und der Unterschicht wird permanent in den Arsch getreten. Ich bin kein Kommunist oder sowas, aber ich bin davon überzeugt, dass ein Land nur wirklich funktioniert, wenn auch alle Schichten funktionieren. Immer wieder Steuern zu erhöhen, Preise zu steigern usw. trifft doch immer die besonders, die es sowieso nicht haben.
Eine Lösung weiß ich natürlich auch nicht, sonst müsste ich ja auch dringend in die Politik *gg*. Ich bin nicht für Gleichmacherei, wäre ja auch total schwachsinnig, aber ich bin für Verhältnismässigkeit.
Gut, das ist jetzt an sich ein völlig anderes Thema, mindestens das 3. in diesem Thread. Bei uns wandern z.B. Ärzte nach u.a. England ab, weil hier der Akademiker nicht entsprechend seiner Ausbildung bezahlt wird. In den USA ist dagegen die medizinische Versorgung krass überbezahlt, während handwerkliche Berufe finanziell viel zu wenig gewürdigt werden.
Das Verhältnis stimmt weder hier noch da. Nur das System ist anders. Beide Systeme haben ihre Macken, an denen man arbeiten sollte.
Und ich glaube gerade für die USA nicht, dass da JEDER zurechtkommt, ganz im Gegenteil. Da bringst Du Dein Geld entweder gleich selber mit und kannst es dann mit Sicherheit vermehren, oder Du übst einen dort gefragten und unterbesetzten Job aus. Der klassische Auswanderer dürfte es dort nicht leicht haben!
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Verfasst: Di Mai 20, 2008 6:24 pm
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Alter Knacker hat geschrieben:
aber wie gesagt, passt hier nicht mehr wirklich rein, also lass uns das woanders diskutieren oder ganz bleiben.
In der Hinsicht fühle ich mich derzeit sehr offtopic-tolerant, da das Board ohnehin nicht mehr sehr viele Beiträge zu ordnen hat...
Aber wenn, dann eher splitten als aufhören!
Wann erlebt man schon zwei alte Leute in Fahrt
Mit den biblischen Namen: Gut beobachtet. Habe selbst einen Freund, dessen Vater eine Zeit bei Opus Dei war. Aber schon "harmlosere" Gläubige vergeben gerne biblische Namen - und auf Jonas kommt man nicht einfach so, sofern richtiger Name (und nicht Simon an der Tastatur )
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Verfasst: Di Mai 20, 2008 10:58 pm
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Da hier doch so viele Leute wieder diskutiert haben, muss ich mich wohl doch nochmals zu Wort melden (keine Anschuldigungen, versprochen. Dürft also beruhigt weiterlesen.).
Zitat:
Ich muss aber auch sagen, dass mir schon der Gedanke kam, ob sich da nicht Simon unter anderem Nick ins Fäustchen lacht. Oder ein Fremder. Aber das lässt sich natürlich schwer sagen.
Mein Name ist Jonas Mühlestein, Sohn von Walter und Heidi Mühlestein. Simon Mühlestein war wie gesagt mein Bruder, und er hat sich auch wie gesagt am 18. Dezember 2006 das Leben genommen. Ich bin jetzt 18 Jahre alt. Des weiteren gibt es noch eine jüngere Schwester Lena Mühlestein (nebenbei nicht die Kurzform von Magdalena), 15 Jahre alt, die wahrscheinlich noch mehr als ich unter dem Tod meines Bruders litt. Meine Liebe zu ihr liess mich vermutlich die Zeit danach überstehen.
Zitat:
Scheinen beide einer sehr kranken Familie zu entstammen, wenn ich mir den Schwachsinn, den sie absondern, so durchlese.
Hmm... soweit ich urteilen kann, sind wir alle sehr gesund. Wir leben in vergleichsweise wohlhabenden (damit meine ich nicht stinkreich) Verhältnissen, meine Eltern haben eine gute Ausbildung genossen, ich stehe gerade etwa einen Monat vor dem Erhalt meines Maturitätszeugnisses mit Schwerpunktfach Physik und Anwendung der Mathematik und meine Schwester ist im ersten Lehrjahr als Malerin. Soziale Kontakte gibts mehr als genug.
Zitat:
zum thema schlagschatten bei der familie: vielleicht streng religiös? wer nennt seine jungs denn sonst simon und jonas?
Wir sind überhaupt nicht religiös, sondern allesamt überzeugte Atheisten. Wir drei Kinder wurden nie getauft. Simon und Jonas sind (zumindest in der Schweiz) gebräuchliche Jungennamen, die halt einfach meinen Eltern gefielen.
Zitat:
Der Kommentar seines Bruders Jonas mit dem "über Leichen gehen" ist sowas von saudumm, oberflächlich, hirnrissig und sogar eine oberdreiste Frechheit, dass ich intensive Lust verspüre, ihm in den Arsch zu treten und den Schuh umzudrehen!
Wo wohnst du, SU? Dann komm ich persönlich vorbei, beuge mich vornüber und signier noch deinen Schuh dazu.
Zu meiner Anschuldigung müsst ihr wissen, dass ich an diesem Tag gerade einen Artikel für meine Schülerzeitung geschrieben habe, der von Simons Tod handelt. Ich hatte mich also wieder nach langer Zeit intensiv mit dem Thema befasst, und dann wird man schnell mal zornig. Allerdings hätte ich auch nicht gedacht, dass diese Aussage auch so persönlich aufgenommen würde. Ich möchte mich an dieser Stelle ausdrücklich dafür entschuldigen, dass es von einigen wohl doch so verstanden wurde. (»Jaja, der Feigling, kaum hat er mal ein paar Leute gegen sich, zieht er den Schwanz ein und macht auf brav!« — kenn ich alles schon, ist aber nicht so. )
Zitat:
ich denke schon, dass jeder Mensch indirekt über Leichen geht, alleine schon durch die Ausbeutung der Dritten Welt, welche nun mal Teil des heutigen Systems ist. Nur lebte halt Simon nicht in der Dritten Welt.
Ziemlich genau so hatte ich meine Aussage auch gemeint. Jeder Mensch geht indirekt über Leichen, sogar ich (dass ihr niemanden direkt umbringt, war mir klar). Man hörts ja beinahe täglich, wie viele Kinder jeden Tag an Unterernährung sterben. Da man diese Menschen aber nicht kennt und sich zwischen uns und ihnen ein ziemliches Stück Kontinent befindet, geht das dem Otto Normalverbraucher aber bekanntlicherweise am Arsch vorbei. Anders aber, wenn eine dieser Leichen jemand war, den man gekannt hatte, mit dem man geredet hat, und der nun nicht mehr da ist. Stellt euch vor, die Welt wäre ein Dorf, und wenn ihr aus dem Fenster blickt, seht ihr in der Ferne ein einsames Kind in zerfetzten Kleidern am Hungertod krepieren. Mehr noch, dieses Kind war vielleicht das Patenkind der Cousine eures besten Freundes. Dann fängt sich mensch vielleicht doch an, sich ob des eigenen Tuns Gedanken zu machen...
Klar lebte Simon nicht in der dritten Welt. Aber auch hierzulande gibt es Menschen, denen es dreckig geht und die sich den Arsch aufreissen für einen Hungerlohn. Schaut mal in die Pariser Banlieues. Ein Vertreter, der in Anzug und Schlips an der Türe klingeln geht, verdient vielleicht gerade mal 7€ in der Stunde. Die sterben zwar nicht direkt daran, doch das Prinzip der Ausbeutung bleibt dasselbe, nur weniger krass.
Zitat:
Nebenbei würde ich seine Bemerkung auch nicht unbedingt als persönlichen Angriff sehen... er behauptet ja, sein Bruder sei an Kapitalismus gestorben (wie-auch-immer...), de facto leben wir in diesem System, sind (wobei ich nicht für alle sprechen kann) damit zufrieden und stellen uns nicht dagegen. Was er wohl tat. Gemäß dem Prinzip "Wer nicht für mich ist, ist gegen mich" behauptet er nun, dass wir eben Mitträger dessen wären, was seinen Bruder aus der Welt getragen hat.
Das habe ich nicht gesagt. Ich wollte wirklich keinem von euch die Schuld an Simons Tod geben.
Zitat:
Wer dem Internet für irgendwas die Schuld gibt, der sollte es nicht betreten. So einfach ist das!
Und dem Internet schon gar nicht.
Ich wollte aber vielleicht ein wenig Schuldgefühle verursachen. Ich weiss selber, dass letzten Endes allein er dafür verantwortlich war, doch um des besseren Verständnisses willen möchte ich euch mal den originalen Text seines Abschiedsbriefes niederschreiben (ich kenne ihn auswendig, seit ich ihn das erste Mal las):
"»Dies ist die Geschichte einer Gesellschaft, die fällt...« (Zitat aus dem französischen Film "La Haine", bzw. auf Deutsch "Hass". Unbedingt anschauen, sehr sehenswert.)
Ich bin krank geworden in dieser Welt. Sie ist nicht in Ordnung. Bitte ändert sie, ich hatte nicht mehr die Kraft dazu. Nehmt mein Handy und ruft alle Nummern an, sagt, was geschehen ist, sagt dass sie sich für eine andere Gesellschaft einsetzen sollen.
Simon"
(Wer will, dem schicke ich auch einen Originalscan vom Brief in seiner Handschrift. Damit sollte jedem gedient sein, der immer noch glauben sollte, dass ich in Wahrheit Simon bin.)
Dieser Brief gibt mir bei der Frage nach dem Warum zumindest eine teilweise Antwort. Ich glaube, dass er sich umgebracht hat, um die Menschen herum aufzurütteln, dass sie erkennen, dass das System nicht in allen Dingen zu funktionieren scheint, wie es wünschenswert funktionieren sollte. Ich sehe so viele Menschen, die das Leid, das um sie herum passiert, einfach passiv aufnehmen und dann auf einen anderen Kanal umschalten. In China gab es kürzlich ein schreckliches Erdbeben. Hat von euch jemand gespendet? Oder ist jemand gar Patenonkel/-tante von so einem Worldvision-Kind aus Afrika? Ob dies viel verändern wird oder ob es überhaupt sinnvoll ist, zu spenden, sei mal dahingestellt. Aber allein der Akt würde von der Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit zeugen, die, wie uns in der Schule gelehrt wird, von Grund auf in jedem Menschen vorhanden sein soll, und an die ich immer noch glaube.
Gut möglich, dass sich Simon auch aus anderen Gründen umgebracht hat. Kürzlich hatte sich seine Freundin von ihm getrennt (ich will jetzt keine Sachen hören wie "geschieht ihm recht!" usw.), mit der er eine sehr intensive Beziehung pflegte. Er hatte gerade eine Kieferoperation hinter sich, und stand kurz vor dem Einzug in die Rekrutenschule, was er überhaupt nicht wollte. Auch kam mal der Gedanke auf, dass er unter dem Borderline-Syndrom litt, da wir auf seinem Computer diesbezüglich Texte gefunden hatten. Doch wie gesagt, bin 18 Jahre alt und glaube nur ungern, dass sich der grosse Bruder, der doch immer so stark und cool gewirkt hatte, nur umgebracht hatte, um persönlichen Problemen zu entfliehen. Dann glaube ich schon viel lieber an seinen Märtyrertod.
Dass Anarchie bei der jetzigen so hoch gepriesenen Individualität nicht funktionieren kann und "gute" Menschen voraussetzt, ist mir auch klar. Ich habe aber den Glauben an das Gute im Menschen noch nicht verloren. Vielen Menschen, mit denen ich über dieses Thema gesprochen habe, begrüssten die Theorie, sagten aber auch, dass es am Überlebenstrieb à la Survival of the Fittest und dem damit einhergehenden Egoismus des Menschen scheitern würde. Viele sagten dann sowas wie "klar würde ich mitmachen, wenn alle anderen das auch täten, aber es gibt immer einen, der das System missbrauchen wird." Ich habe aber bisher noch keinen durch und durch schlechten Menschen getroffen, also vertrete ich die Theorie, dass wenn wir morgen alle einfach im Anarchismus aufwachen würden, alles perfekt funktionieren würde.
Zitat:
Wenn IHR krank seid, Deine Eltern sind es ja mit Sicherheit, dann ladet keine Schuld bei anderen ab, sondern sucht reale Hilfe. DU hast für mich definitiv mindestens ein Rad ab! Solltest Du Dich nach diesem Beitrag nun auch umbringen, bin ich mal gespannt, ob Ihr Flodders noch einen dritten Bruder habt, der mich dann beschimpfen kann!
Ob das immer noch zutrifft, kannst du dir vielleicht jetzt selbst ausmalen. Für weitere Fragen stehe ich natürlich zur Verfügung.
Aber dass du mir gleich den Tod wünschst, finde ich schon etwas... wie wurde das genannt? Drastisch?
Wie gesagt, meine Bemerkung war keineswegs als Beschimpfung gedacht, auch wenn ich im Nachhinein verstehen kann, wenn das so rübergekommen ist. Ich war in einer starken Gemütsbewegung, um es mal formell auszudrücken.
Wenn ihr immer noch die genaue Beschreibung der Umstände hören wollt, dann kann ich euch die liefern.
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Verfasst: Mi Mai 21, 2008 1:22 am
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Phew. Viel Text. Seht das hier als Platzhalter, morgen darueber mehr, wenn ich Zeit und Ruhe hab
_________________ "Our problems are manmade - therefore they can be solved by man.
And man can be as big as he wants."
[INDENT]- John F Kennedy (1917-1963) - 10.06.63 [/INDENT]
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Verfasst: Mi Mai 21, 2008 2:28 pm
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Registriert: Di Feb 06, 2001 1:00 pm Beiträge: 3038
Lieber Jonas!
Zum Ersten möchte ich sagen, dass ich es toll finde, dass Du Dich noch mal gemeldet hast und dann auch noch mit einem wirklich tollen Beitrag.
Zweitens nimmst Du jetzt bitte ganz schnell Deine persönlichen Daten raus, oder es macht bitte jemand, der das kann!
Drittens hast Du uns verstanden, die Deine Äußerung ein wenig sehr persönlich fanden. Darauf habe ich entsprechend reagiert. Dafür entschuldige ich mich gerne (teilweise) auch. Aber meine Überlegungen waren ja nun nicht unbedingt falsch.
Ich schlage mal vor, wir vergessen jetzt mal alle Spekulationen und wenden uns den Fakten von Simon zu.
Er war 19, noch in diesem Selbstfindungsalter. Noch trauriger, als sein junges Alter ist, dass er so sinnlos gestorben ist. Die heute graue Welt kann morgen schon wieder farbig sein und das wird sie auch, vielleicht nicht gerade morgen, aber demnächst.
Er hatte Depressionen, Du sprichst von Borderline.
Du sprichst auch von Märtyrertod, das verstehe ich nun gar nicht!!! Märtyrer für was????
Er war ein junger Mann, der mit seinem Leben nicht klar kam, das ist scheisse und schade. Er wird wohl unter Depressionen gelitten haben, die waren teilweise altersbedingt und hätten sich im Mittelteil seines Lebens erledigt, die Neigung dürfte allerdings bleiben. Er hätte "durchhalten" sollen, hat er leider nicht.
Schuld hat niemand, auch nicht die Freundin. Irgendwann war das Mass halt voll bei ihm. Es hat niemand bemerkt. Dieser Gedanke dürfte Euren Eltern am Schwersten fallen. Mir würde es zumindest so gehen. Das wäre genau das, was ich als Mutter denken würde, aber es soll wirklich kein Vorwurf sein.
Deine Schwester und Du: dürfte echt schwierig sein, damit umzugehen. Aber geht bitte einen anderen Weg, Selbstmord ist wirklich keine Lösung! Und schon gar nicht - ohne Deinem Bruder jetzt zu nahe treten zu wollen - aus so schwachen Gründen.
Das, was Deinem Bruder Simon leider gelungen ist, habe ich mit 14 auch versucht, zum Glück erfolglos. Was in ihm vorgegangen sein muss, dürfte ich teilweise ganz gut verstehen. Typisch sind für mich die Gedanken an Anarchie bzw. "wir verändern die Welt".
Die Welt ist leider alles andere als perfekt, ich gehe sogar soweit, zu behaupten, sie ist eigentlich sogar ziemlich beschissen, aber leider haben wir nur diese eine und wir haben auch nur dieses eine Leben!
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