Betreff des Beitrags: AW: Aufschwung in Deutschland
Verfasst: So Jul 27, 2008 8:07 pm
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Diabolo hat geschrieben:
Und die Regierung schafft das ja nicht mal nen Flächendeckenden Mindestlohn auf die Beine zu stellen
Wenn die Aussage auch schon etwas älter ist ... ich bin - ehrlich gesagt - kein wirklicher Freund eines Mindestlohnes!
Geht man davon aus, dass theoretisch ein Mindestlohn existiert, der den Markt räumt [Makroökonomische Theorie], so würde ein Mindestlohn ganz schön viel "verschieben".
Selbst wenn man nicht von diesen Makro-Theorien ausgeht, so denke ich, dass genau aus den Gründen, die Ihr genannt habt [Shareholder-Value, ...] ein flächendeckender Mindestlohn deutlich mehr Chaos als Hilfe schaffen würde!
Bezüglich "Inflation" ... In Anbetracht der Tatsache, dass die EZB grundsätzlich zwischen 0,5 - 2 Prozent Inflation toleriert [aufgrund theoretischer Messfehler sowie diverser anderer Effekte] ist die effektiv gemessene Inflation vielleicht "nur" bei 2,5 - 3,5%. Nichts desto trotz ist das für einen deutschen Mitbürger sicherlich zu viel - sowas sind wir gar nicht gewöhnt
_________________ C-Ya Toby
Wer lesen kann ist klar im Vorteil!
Aber auch wer denken tut genießt unfaire Vorteile mir gegenüber...
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Verfasst: Di Jul 29, 2008 8:28 pm
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Ich höre immer gefühlte und tatsächliche Inflation. Die Medien und Politiker können viel reden, letztendlich zählt doch dass, was bei mir im Geldbeutel am Ende des Monats übrigbleibt und das ist definitiv immer weniger und dies ist auch nicht nur gefühlt. Rechnet Euch die Sachen in Prozent aus, da 10 Prozent mehr für die Versicherung, dort 15 Prozent mehr für die Semmel u.s.w. Meine Frau hat früher mit 90 Mark den Wocheneinkauf erledigt, heute sind wir bei 120 Euro. Und was ist billiger geworden, ähh ja, mir fällt im Moment nichts ein.
Zum Mindestlohn. In Deutschland wird es Zeit, dass mal etwas verschoben wird. Wie kann es sein, dass ein Unternehmer ordentlich Kohle einfährt (oder vielleicht auch nicht) und die Angestellten so wenig verdienen, dass der Staat noch drauflegen muss. Ich dachte immer, wir leben in der Marktwirschaft, wenn sich ein Unternehmen nicht selbst tragen kann, kann es halt nicht existieren. Aber nein, wir mit unserer sozialen Ader. Warum soll jemand 40 Stunden in der Woche für einen Hungerlohn malochen und am Ende 50 Euro mehr als ein ALG2-Empfänger im Portmonee haben. Das verleitet die Bevölkerung nicht gerade zur freiwilligen Arbeit, welche auch zu einer gesunden Wirtschaft führt.
Arbeit muss sich Lohnen, der Staat macht ja nun Nägel mit Köpfen, ab dem dritten Kind soll es ordentlich Kohle geben. Das Problem ist bloß, welcher Normalbürger kann sich drei oder mehr Kinder leisten, also werden damit wieder nur die Assis unterstützt, welche im Regelfall mehr als drei Kinder haben, die jedoch später auch wieder keinen Handschlag arbeiten werden, die Assis liegen den ganzen Tag zu Hause auf dem Sack, bekommen Harz4 oder Sozialhilfe, Wohngeld, Energiezuschuss, Kulturzuschuss, Prozesskostenbeihilfe, Essengeld für die Kita, die Kita-Gebühren, Geld für die Schulbücher, Geld für den Musikförderunterricht, Geld für den Hund, Geld für das Fitnescenter, die Baby-Erstausstattung, Lebensmittel von der Tafel, und und und. Also warum Arbeiten gehen?
Womit wir wieder beim Mindeslohn wären. Ich bin dafür.
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Verfasst: Mi Jul 30, 2008 12:04 pm
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Registriert: Di Jul 09, 2002 5:18 pm Beiträge: 509
Ein Gastprof letztes Semester an der Uni sprach in einer Mikroökonomie-Vorlesung auch vom Mindestlohn und seinen Folgen. Was er da dargelegt hat, klang einleuchtend: Mindestlöhne verbessern in keinster Weise die Chancen auf Arbeit. In realiter ist es sogar so, dass er nur denen nutzt, die schon eine 'relativ gutbezahlte' Arbeit haben - aus meiner Sicht also ein Schuß in den Ofen!
Versteht mich nicht falsch, ich finde auch, dass der Abstand zwischen ALGII und einem Lohn für harte Arbeit (denn oft sind die körperlich anstrengenden Jobs ja auch die schlecht bezahlten) größer werden muss. Die Frage ist nur wie und auf wessen Kosten. Den Mindestlohn sehe ich nicht als adäquates Mittel.
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Verfasst: Fr Nov 14, 2008 6:48 pm
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Registriert: Di Jul 09, 2002 5:18 pm Beiträge: 509
Zum Heulen... Aber nachdems ja mit dem Aufschwung nun ohnehin Essig ist, nur zu, nehmt auch noch das letzte bisschen.
Wobei, so auf den zweiten Gedanken ist's gar nicht mal soooo unsinnig. Denn man sollte schließlich die finanziellen Sorgen der Eltern nicht auf die Schultern der Kinder abwälzen. Und mir scheint, dass es relativ schwer ist, bei so etwas zu betrügen und Geld für die Eltern abzuzweigen.
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Verfasst: Fr Nov 14, 2008 7:27 pm
Registriert: Mo Mär 05, 2001 2:00 am Beiträge: 5973
Loop hat geschrieben:
Warum also arbeiten?
Aus Anstand dem Staat nicht zur Last zu fallen oder um weiter Perspektiven zu haben?
Menschen die Unterstützung vom Staat benötigen sollen sie auch bekommen. Für Schmarotzer wird es leider immer Schlupflöcher geben
Aber Kinder können am wenigsten für die Situation in der sie stecken!
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Verfasst: Sa Nov 15, 2008 9:25 am
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Registriert: Fr Dez 06, 2002 9:42 pm Beiträge: 97
Aber ich finde es auch ungerecht, wenn sich jemand der finanziell nicht dazu in der Lage ist, das gleiche leisten kann, wie jemand der Geld hat. Vielleicht wird es bald so sein, dass man auf einer Klassenfahrt nur noch die Kinder von Harz4lern sieht.
Und den Kindern wird so beigebracht, dass sie auch ohne Geld durchs Leben kommen und sich genau das leisten können, was die arbeitenden Idoten selbst bezahlen müssen.
Versteht mich nicht falsch, solchen Leuten soll es wegen mir auch gut gehen, aber nicht genausogut oder besser wie den andern.
Ich wollte die Sache nicht an der Klassenfahrt festmachen, aber das ist wieder ein ideales Beispiel.
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